Kategorie: Richtlinien

Richtlinen, Normen, Zulassungen

  • Wann ist eine Änderung am Sensor zulassungsrelevant?

    Generell müssen alle Drucksensoren die Druckgeräterichtlinie sowie die EMV-Richtlinie 2004/108/EG erfüllen, wenn man sie innerhalb der EU in Verkehr bringen möchte. Je nach Applikation oder Einsatzort gelten zusätzlich die verschiedensten Zulassungen. So gelten zum Beispiel für explosionsgefährdete Bereiche in Europa die Bestimmungen nach 94/9/EG ATEX. Für den Einsatz in Kraftfahrzeugen existieren ebenfalls Vorschriften, wie beispielsweise die EG-Richtlinie 72/246/EWG,  die Forderungen zur EMV enthält. Selbstverständlich gibt es auch noch Zulassungen für Märkte außerhalb Europas, z. B. von CSA für Kanada und FM Approvals oder UL für die USA.

    Aus verschiedenen Gründen kann es erforderlich werden Änderungen an existierenden Ausführungen von Drucksensoren vorzunehmen. Sehr häufig wird zum Beispiel ein kundenspezifischer Prozessanschluss oder ein geänderter elektrischer Ausgang benötigt. Auch wenn diese Änderungen zum großen Teil technisch einfach umzusetzen sind, so gilt zunächst, dass man an zugelassenen Geräten keinerlei Änderungen vornehmen darf.

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  • Was bedeutet RoHS?

     Die EG-Richtlinie 2002/95/EG (besser bekannt als RoHS) wirft, selbst in Zeiten, in denen RoHS konforme Produkte eigentlich ein „must have“ geworden sind, immer wieder Fragen über deren Definition/Inhalt auf. 

    Die Abkürzung RoHS steht für Restriction of (the use of certain) Hazardous Substances und ist zunächst einmal eine EG-Richtlinie.  Im Europäischen Raum  ist RoHS in der EG-Richtlinie 2002/95/EG zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten abgebildet. 

    Die Einhaltung der RoHS-Richtlinie ist ein sehr ehrgeiziges Vorhaben und eine wahre Herausforderung für die Elektroindustrie. Ursprünglich war es das Ziel, gefährliche Stoffe aus den Produkten zu 100 % zu entfernen. Dies konnte jedoch nicht umgesetzt werden, da es in vielen Bereichen unmöglich war, auf manche Stoffe völlig zu verzichten. Aus diesem Grund hat man sich auf klar definierte Grenzwerte geeinigt. 

    Die beiden wichtigsten und am häufigsten auftretenden Stoffe sind dabei zum einen Blei und zum anderen die sogenannten „Flammhemmer“. Hier eine kurze Aufstellung der Stoffe, die nur bis zu einem genau definierten Grenzwert enthalten sein dürfen:

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  • RoHS-konforme Drucksensoren

    In der bestehenden EG-Richtlinie 2002/95/EG (sog. RoHS-Richtlinie) sind ausdrücklich „Überwachungs- und Kontrollinstrumente“ ausgenommen. Das heißt, es gibt keine Verpflichtung, Drucksensoren und -transmitter RoHS-konform herzustellen.
    Da aber häufig die Anlagen bzw. Systeme, in denen die Drucksensoren eingebaut werden, RoHS-konform sein müssen, ist es auch dennoch notwendig, dass die verwendeten Einzelkomponenten konform sind.

    WIKA hat es sich deshalb bereits seit einiger Zeit zum Ziel gesetzt, alle neuen Drucksensoren grundsätzlich RoHS-konform zu entwickeln. Zusätzlich sind fast alle bestehenden Produkte auf RoHS-Konformität umgestellt worden.

    Hierzu zählen insbesondere die meisten Druckmessumformer für allgemeine Industrieanwendungen, wie z. B. die Typen A-10, S-10, F-20, die bereits alle RoHS-konform sind.

    Eine Übersicht über RoHS-konforme Drucksensoren von WIKA erhalten Sie über unseren technischen Support.

  • MTTFd und SIL: warum benötigt man MTTFd-Werte im Maschinenbau?

    Mit Inkrafttreten der neuen Sicherheitsrichtlinie für den Maschinen- und Anlagenbau 2006/42/EG müssen elektrische Steuerungen nach dem Grad ihrer Zuverlässigkeit bewertet werden. Nach der DIN EN ISO 13849 werden sicherheitsrelevanten Maschinensteuerungen in verschiedene „Performance Level“ (PL) eingeteilt- und genau dazu werden die MTTFd-Werte (mittlere Zeit bis zum gefährlichen Ausfall) der einzelnen Komponenten/ Bauteile der Maschine benötigt.

    (Eine ähnliche Aufteilung wird übrigens in IEC 62061 und IEC 61508 vorgenommen. Hier werden Komponenten von Steuerungen aufgrund ihrer durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit pro Stunde (PFDa) mittels „Safety Integrity Level“ (SIL) kategorisiert. Diese Normen finden vor allem in der Prozessindustrie Anwendung.) 

    Ein typisches Produktbeispiel ist der eigensichere Druckmessumformer IS-2X mit SIL-Option. Für dieses Gerät wurde der MTTFd-Wert ermittelt und kann aus der Zusatzanleitung „Sicherheitstechnische Daten“ entnommen werden.

    Weitere Informationen zum Thema MTTF finden Sie in diesem Blog-Artikel:
    Wie sind MTTF und MTBF definiert und worin besteht der Unterschied?