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  • RoHS-konforme Drucksensoren

    In der bestehenden EG-Richtlinie 2002/95/EG (sog. RoHS-Richtlinie) sind ausdrücklich „Überwachungs- und Kontrollinstrumente“ ausgenommen. Das heißt, es gibt keine Verpflichtung, Drucksensoren und -transmitter RoHS-konform herzustellen.
    Da aber häufig die Anlagen bzw. Systeme, in denen die Drucksensoren eingebaut werden, RoHS-konform sein müssen, ist es auch dennoch notwendig, dass die verwendeten Einzelkomponenten konform sind.

    WIKA hat es sich deshalb bereits seit einiger Zeit zum Ziel gesetzt, alle neuen Drucksensoren grundsätzlich RoHS-konform zu entwickeln. Zusätzlich sind fast alle bestehenden Produkte auf RoHS-Konformität umgestellt worden.

    Hierzu zählen insbesondere die meisten Druckmessumformer für allgemeine Industrieanwendungen, wie z. B. die Typen A-10, S-10, F-20, die bereits alle RoHS-konform sind.

    Eine Übersicht über RoHS-konforme Drucksensoren von WIKA erhalten Sie über unseren technischen Support.

  • Wie kann man den Füllstand einer Flüssigkeit messen, bzw. wie funktioniert die hydrostatische Füllstandsmessung?

    Möchte man den Füllstand einer Flüssigkeit wie z. B. Wasser oder Öl messen, kann man das indirekt über den hydrostatischen Druck der Flüssigkeitssäule tun. Denn der hydrostatische Druck unter einer ruhenden Flüssigkeitssäule nimmt proportional mit der Höhe der Flüssigkeitssäule zu. So ist z. B. der Druck in einem Wassertank mit jedem Meter Wassertiefe um ca. 100 mbar höher als der Druck an der Wasseroberfläche. Um den hydrostatischen Druck zu messen, wurden speziell zu diesem Zweck sogenannte Tauch- oder Pegelsonden entwickelt. Tauch- oder Pegelsonden sind Druckmessgeräte, die in eine Flüssigkeit (ein-)getaucht werden um den am Boden des Tanks herrschenden Druck zu messen. Eine Alternative dazu ist es, ein konventionelles Druckmessgerät möglichst nahe am Boden des Tanks von außen einzuschrauben. Auch so lässt sich leicht der dort herrschende hydrostatische Druck- und daraus abgeleitet der Füllstand bzw. der Inhalt eines Tanks ermitteln.

    Mehr zu diesem Thema kann in diesem Büchlein nachgelesen werden:
    Quellenangabe:
    Eugen Gaßmann und Anna Gries: Elektronische Druckmesstechnik, Grundlagen, Anwendungen und Geräteauswahl; Süddeutscher Verlag onpact GmbH; München 2009 (ISBN 978-3-937889-95-5; Band 323 aus der Reihe „Die Bibliothek der Technik“).

    Hier gehts zu den WIKA Pegelsonden.

  • Unterschied 4-20 mA in 2-Leiter und 3-Leiter bei Drucksensoren

    Worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen dem Ausgangssignal 4-20 mA in 2- und in 3-Leitertechnik? Ganz praktisch lässt sich diese Frage am einfachsten aus Sicht des Anwenders beantworten:

    Ein Ausgangssignal in 2-Leitertechnik bedeutet:

    • einen geringeren Verdrahtungsaufwand
    • einen besseren EMV-Schutz, weil  Störungen leichter zu filtern sind
    • einen höheren Schutz vor Verdrahtungsfehlern

    Der einzige Vorteil der 3-Leitertechnik ist, dass größere Bürden möglich sind, d. h. die Stromschleife auch an einem Messgerät mit relativ hohem Eingangswiderstand betrieben werden kann.

    Fazit: Ausgenommen für den Fall, dass eine große Bürde erforderlich ist, bietet 4-20 mA in 2-Leitertechnik  dem Anwender deutliche Vorteile – auch gegenüber anderen Signalen, wie z. B. 0-10 V.

  • Überblick: Was ist IO-Link?

    Häufig werde ich im Zusammenhang mit dem Druckschalter PSD-30 gefragt, was IO-Link ist, bzw. wie es definiert ist. IO-Link ist eine neue Kommunikationsschnittstelle im Bereich Factory Automation/ Maschinenbau. Führende Anbieter aus der Automatisierungstechnik haben sich dabei zum „IO-Link Konsortium“ zusammengeschlossen und diese neue Schnittstelle spezifiziert. Unabhängig vom verwendeten (Feld-) Bussystem können damit über ein serielles Protokoll auf der schon vorhandenen Signalleitung Informationen bis hinunter in die Feldebene ausgetauscht werden. Der Vorteil liegt dabei z. B. bei einem Druckschalter in einer bidirektionalen Kommunikation über die bereits vorhandene 3-Leiter Verdrahtung.  Über das standardisierte Protokoll können folgende Daten ausgetauscht werden:

    • Messwerte: analog oder digital
    • Konfigurationsparameter: zentral von der Steuerung in den Sensor/Aktor
    • Diagnose- Informationen: vom Gerät an die Steuerung

    (mehr …)

  • Internationale Druckeinheiten

    Internationale Druckeinheiten

    Bestimmt haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum es weltweit so viele verschiedene Druckeinheiten gibt: wann werden diese verwendet bzw. wo kommen welche Einheiten am häufigsten vor?

    Diese Fragen lassen sich ganz einfach beantworten: die seit vielen Jahren festgelegte (und in vielen Ländern gesetzliche) SI-Einheit für die physikalische Größe Druck ist das Pascal. In der Druckmesstechnik findet das Pascal jedoch dennoch kaum Verwendung, sondern es wird typischerweise das (auch erlaubte) bar verwendet.

    Was durchaus verständlich ist, denn für die meisten technischen Anwendungen ist 1 Pascal viel zu klein, um in der Praxis sinnvoll genutzt zu werden. Beispiel: Eine normale Hauswasserleitung wird bei 400.000 – 600.000 Pa betrieben (4 – 6 bar). D. h. selbst bei relativ kleinen Drücken werden die „Zahlen“ bereits recht groß und unhandlich.

    In Westeuropa ist daher immer noch die SI-konforme Einheit bar am weitesten verbreitet. In Australien und China dagegen haben sich die Einheiten Kilopascal und Megapascal etabliert.

    In Nordamerika bevorzugt man die Druckeinheit PSI (Pounds per Square Inch). Und in vielen asiatischen Ländern wie z. B. Indien und Korea trifft man recht häufig auf die Einheit Kilogramm pro Quadratzentimeter.

    Um die Verwendung von Drucksensoren der Firma WIKA in vielen Regionen möglichst einfach und an den Gewohnheiten und Präferenzen der lokalen Nutzer zu orientieren, werden WIKA Drucksensoren in der Regel in fast allen international üblichen Einheiten angeboten.

    Verwandte Beiträge: Kennzeichnung von Absolutdruck- und Relativdruck-Messbereichen

  • Kabeldosen und Winkelstecker bei M12x1: Lieferumfang oder Zubehör?

    Oft werden wir gefragt, ob bei Geräten mit M12x1 Buchse auch der zugehörige Gegenstecker (auch Kabeldose oder Winkelstecker  zum Rundsteckverbinder M12x1 genannt) im Lieferumfang unserer Drucksensoren enthalten ist.

    Die Antwort lautet klar: Nein.

    Anders als bei den Winkelsteckern Form A und C (auch häufig als „Ventilstecker“ bekannt), ist der M12x1 Gegenstecker NICHT standardmäßig im Lieferumfang der WIKA Drucksensoren enthalten.

    Gerne liefern wir allerdings den passenden Gegenstecker zu Ihrem Gerät mit M12x1 Stecker dazu. Am besten allerdings gleich mit einem angespritztem Kabel, denn das hat gleich mehrere Vorteile:

    • Sie müssen nicht mehr den kleinen „kniffligen“ Stecker selbst konfektionieren
    • Konfektionierungsfehler werden vermieden
    • Die Schutzart ist bei angespritzten Kabeln in der Regel höher
    • Das Kabel ist im günstigen Gesamt-Preis auch schon enthalten.

    Wenn Sie sich allerdings unsicher sind bei der Auswahl des passenden M12x1 Gegensteckers (denn es gibt hier ziemlich viele Varianten: gerade/gewinkelt, 4-polig/5-polig, etc…) wenden Sie sich am besten an unseren technischen Support. Dort werden Sie gerne beraten und eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Lösung empfohlen.

  • Wie sind MTTF und MTBF definiert und worin liegt der Unterschied?

    Die beiden Definitionen von MTTF und MTBF unterscheiden sich nur sehr gering.

    Ausgeschrieben bedeuten die beiden Akronyme
    Mean Time To Failure  (MTTF)– die mittlere Zeit bis zum Ausfall, d. h. das Bauteil/Gerät wird nach einem Ausfall ausgetauscht
    Mean Time Between Failures (MTBF)–  die mittlere Zeit zwischen (zwei) Fehlern, d. h. das Bauteil/Gerät wird nach einem Ausfall repariert 

    Beides sind rein statistische Größen und werden verwendet, um die Zuverlässigkeit von elektronischen Bauteilen darzustellen. MTTF und MTBF dürfen allerdings nicht mit einer durchschnittlichen Lebensdauer verwechselt werden.

    Für Drucksensoren und Drucktransmitter werden üblicherweise MTTF-Werte angegeben, da diese Geräte in der Regel nach einem Ausfall nicht repariert, sondern komplett ausgetauscht werden.

    MTTF-Werte zu WIKA Drucksensoren sind auf Anfrage bei Ihrem Außendienst bzw. beim Customer Support verfügbar.

  • Maximaler Druck bei G1/8 und 1/8 NPT

    Warum werden bei Drucksensoren die Gewinde G1/8 und 1/8 NPT nur bis zu einem Nenndruckbereich von 400 bar angeboten? Woher kommt diese Grenze?

    Die Erklärung ist im Grunde ganz einfach: Ab einer bestimmten Grenze sind die Gewindeflanken nicht mehr „stark“ genug, um der Kraft des anstehenden Druckes standzuhalten. Ist der Druck zu groß, so besteht die Gefahr, dass das Gewinde abschert. Die Druckgrenzen stammen übrigens aus der DIN EN 837-1.

    Achtung: Der maximale Druck, bis zu dem ein Gewinde eingesetzt werden kann, ist nicht nur abhängig von dem Gewindedurchmesser sondern auch von der gewählten Abdichtungsart und dem Material des Gegengewindes.

  • Winkelstecker Form A undicht/ Verlust der IP Schutzart

    Winkelstecker Form A

    Was ist beim Konfektionieren vom Winkelstecker EN 175301-803 A zu beachten, damit die IP Schutzart erhalten bleibt, also Stecker und Gerät auch wirklich dicht sind?

    Leider kann man bei der Verwendung vom Winkelstecker EN 175301-803 A (besser bekannt als Ventilstecker, großer Würfelstecker, großer Hirschmannstecker oder unter der alten Bezeichnung DIN 43650 Stecker)  eine ganze Menge falsch machen. Dummerweise führt fast jeder dieser Fehler zum Verlust der IP Schutzart – und zwar nicht nur für den Stecker, sondern meistens gleich für das komplette Gerät!

    Deshalb sollte man beim Einsatz dieses Winkelsteckers auf die drei häufigsten Fehlerquellen achten:
    • Passt das Kabel zum angegebenen Klemmdurchmesser der Kabelverschraubung?
    •  Ist im Stecker eine Dichtung integriert bzw. liegt eine Dichtung zwischen Gerätestecker und Gegenstecker und passt die Dichtung überhaupt zum Stecker?
    • Ist die Schraube richtig angezogen und dichtet der Schraubenkopf richtig ab?
  • Reinigung von Drucksensoren für den Sauerstoffeinsatz

    Sauerstoffanwendungen

    Warum müssen Sensoren für Sauerstoffanwendungen eigentlich speziell gereinigt werden?

    Sobald der Sauerstoffgehalt über den der normalen Umgebungsluft, also über 22 % steigt, besteht Feuergefahr. Grundsätzlich sind für das Entstehen eines Feuers drei Dinge notwendig:

    Ein brennbarer Stoff, eine Zündquelle und eben Sauerstoff.

    In einer Sauerstoffanwendung kann man nun mal die Anwesenheit von Sauerstoff nicht verhindern- also müssen die übrigen beiden Voraussetzungen, insbesondere der brennbare Stoff, unbedingt verhindert werden. Potentiell brennbare Stoffe sind aber nicht nur die eingesetzten Werkstoffe (in diesem Fall die sogen. messstoffberührten Teile), die mit dem Sauerstoff in Berührung kommen, sondern auch alle darauf haftenden Rückstände, wie zum Beispiel Öle und Fette aber auch Fasern, Fusseln, Stäube, etc.

    Deshalb müssen die messstoffberührten Teile frei von derlei Rückständen und Verunreinigungen sein. Häufig sind dafür eine spezielle Reinigung und der anschließende Schutz vor Wiederverschmutzung bei Transport oder Handhabung (z.B. durch geeignete Verpackung, Versiegeln, Einschweißen, Abdecken etc.) notwendig.